Andere Länder, andere Gesten

Nicht nur in der gesprochenen und der geschriebenen Sprache muss man Rücksicht auf die jeweiligen Gepflogenheiten eines Landes nehmen. Auch die Körpersprache spielt eine wichtige Rolle. Vor allem bei bestimmten Gesten ist Vorsicht geboten, denn nicht jede Bewegung wird überall gleich gedeutet. In diesem Beitrag „übersetzen“ wir verschiedene Zeichen und zeigen Ihnen, was sie in verschiedenen Kulturkreisen bedeuten können.

Erhobener Zeigefinger

Schon als Kind lernt man in Deutschland, dass es sich nicht gehört, mit dem Finger auf andere Menschen zu zeigen. Auch in Thailand gilt dies als Fauxpas. In Südafrika ist es noch schlimmer: Dort wird es sogar als Angriff verstanden. Deutet man bei uns allerdings mit dem Finger auf sich selbst, macht man deutlich, dass man von sich selbst spricht. Amerikaner legen sich dazu die Hand auf die Brust, Japaner wiederum deuten in diesem Falle mit dem Zeige- oder Mittelfinger auf ihre Nase.

Daumen hoch

Wer hierzulande den Daumen in die Luft streckt, zeigt, dass er zustimmt oder mit etwas sehr zufrieden ist. In orientalischen Kulturkreisen sollte man das allerdings besser nicht tun. Hier wird diese Geste als Einladung zu sexuellen Praktiken verstanden. Auch in der Zählweise gibt es Unterschiede: Um die Zählweise zu verdeutlichen, beginnen wir in Deutschland mit dem Daumen zu zählen. In Japan wiederum steht er für die Zahl „Fünf“, in Indonesien sogar für die „Sechs“.

Fingerkreis

Auch mit einem Kreis aus Daumen und Zeigefinger kann man hierzulande zeigen, dass man etwas gut findet. Es ist auch ein beliebtes Zeichen in der Tauchersprache. Als beleidigend gilt dieses Zeichen hingegen in Südeuropa, Russland und Brasilien. Hier ist es eine üble Geste zur Beschimpfung Homosexueller. Italiener benutzen dieses Zeichen, um fehlendes Verständnis auszudrücken, in Japan steht sie für Geld und in Belgien symbolisiert sie die Null.

V-Zeichen

In Deutschland oder in den USA kann man mit dem zum „V“ ausgestreckten Zeige- und Mittelfinger die Zahl „Zwei“ anzeigen. In Asien sieht man diese Geste häufig auf Fotos. Sie drückt dort Glück und Wohlbefinden aus. Im Französischen steht sie für „victoire“, übersetzt also „Sieg“. In britisch geprägten Ländern, wie England, Australien oder Neuseeland sollte man das V-Zeichen besser nicht verwenden. Dort wird seine Bedeutung mit der des hiesigen ausgestreckten Mittelfingers gleichgesetzt.

Im Ausland neigt man zwar gerne mal dazu, sich mit Händen und Füßen zu verständigen, dennoch ist dabei Vorsicht geboten. Manchmal ist es besser, einen professionellen Sprachmittler an seiner Seite zu haben, der nicht nur die gesprochene Sprache übersetzt, sondern sich auch in der Körpersprache der jeweiligen Kultur auskennt.