Bilingualität – Sind bilinguale Menschen die geborenen Fachübersetzer?

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Wenn Menschen zwei- oder sogar mehrsprachig aufwachsen, ernten sie oftmals Bewunderung und Neid derer, die ausschließlich mit ihrer Muttersprache großgeworden sind. Bilingual aufgewachsene Menschen sind von Klein auf mit mindestens zwei Sprachen konfrontiert – entweder durch die unterschiedlichen Muttersprachen ihrer Eltern oder aber durch das frühe Erlernen einer zweiten Sprache im Kleinkindalter, etwa in der Kindertagesstätte. Nicht selten assoziiert man mit Bilingualität die Fähigkeit, sich in mindestens zwei Sprachen gleich gut ausdrücken zu können und somit offenbar der geborene Übersetzer zu sein. Stimmt das? Oder müssen bilinguale Menschen genau die gleiche Ausbildung absolvieren wie nicht-mehrsprachig aufgewachsene, um erfolgreich als Übersetzer tätig sein zu können? Wir bei Orbis Fachübersetzungen gehen diesen spannenden Fragen in unserem heutigen Blogbeitrag nach..

Das hängt davon ab, wie intensiv jemand bereits im Kindesalter mit beiden Sprachen konfrontiert war. Wurden beide Sprachen gleich häufig angewendet? Beinhalteten beide Sprache sämtliche Themen aus dem Alltag oder wurde einer der beiden Sprachen bevorzugt zuhause gesprochen? Darüber hinaus ist es entscheidend, wie oft jemand sowohl eine Sprache spricht als auch liest und hört. Denn erst die Kombination aus Theorie und Praxis gibt einem die Sicherheit, sich fließend in einer Sprache zu bewegen. Zu guter Letzt entscheidet zudem der eigene Charakter und das persönliche Sprachgefühl darüber, ob einem eine Sprache liegt oder nicht. Es ist also nicht zwangsläufig so, dass bilingual aufgewachsene Menschen beide Sprachen gleich gut beherrschen.

Sind bilinguale Menschen automatisch gute Übersetzer?

Keineswegs, denn Übersetzer durchlaufen – wie alle anderen Berufe auch – eine mehrjährige Ausbildung. Sicherlich haben bilinguale Menschen Vorteile in einer solchen Ausbildung, weil sie mitunter bereits über fundierte Kenntnisse verfügen. Wer es gewohnt ist, regelmäßig in zwei oder mehr Sprachen zu kommunizieren, ist es meist gewohnt, sich sicher in diversen Situationen ausdrücken zu können. Dazu zählen auch Floskeln und Redewendungen. Dennoch macht es einen großen Unterschied, ob man alltägliche Gespräche führt oder plötzlich einen Fachtext vor sich liegen hat, den es zu übersetzen gilt. Dies trainieren Übersetzer in ihrer Ausbildung zu genüge. Die Themen der zu übersetzenden Texte reichen von Werbe- und Sachtexten und gehen bis hin zu wirtschaftlichen, politischen sowie technischen Texten. Ob bilingual oder nicht, ein Übersetzer lernt erst im Laufe der Ausbildungszeit, wie er oder sie Texte professionell übersetzt. Somit sind bilinguale Menschen nicht automatisch gute Übersetzer.

Ob bilingual oder nicht – bei uns gilt das Muttersprachlerprinzip

Wir von ORBIS Fachübersetzungen legen großen Wert auf höchste Qualität unserer Übersetzungen. Zu unserem Netzwerk aus mehr als 370 hochqualifizierten Übersetzern zählen auch viele bilingual aufgewachsene Übersetzer. Doch auch, wenn man zwei Sprachen parallel gelernt hat und mit ihnen aufgewachsen ist, so ist meist eine Sprache dennoch stärker ausgeprägt. Fast jeder bilingual aufgewachsene Übersetzer kann klar definieren, welches seine stärker ausgeprägte Sprache ist und welche er somit als seine Muttersprache bezeichnen würde. Ob bilingual oder nicht, bei uns gilt bei jeder durch ORBIS Fachübersetzungen angefertigte Übersetzung das Muttersprachlerprinzip. Das heißt, dass jeder unserer Übersetzer ausschließlich von der Fremdsprache in seine Muttersprache übersetzt. So stellen wir sicher, dass sich die spätere Übersetzung nicht wie eine Übersetzung, sondern wie ein ganz normaler Text liest – ohne Stolpersteine, Ungereimtheiten, inhaltliche Missverständliche oder gar Rechtschreibfehler.

Soll man sein Kind heute noch bilingual erziehen?

Unabhängig davon, ob das Kind später einmal Übersetzer wird oder nicht, stellen sich viele frisch gebackene Eltern die Frage, ob sie ihr Kind bilingual erziehen sollen. Wir von ORBIS Fachübersetzungen sind der Meinung, das muss jedes Elternpaar für sich entscheiden. Allerdings haben wir einige Tipps parat, die Ihnen vielleicht bei der Entscheidung helfen können:

• Je früher ein Kind mit einer weiteren Sprache konfrontiert wird, desto leichter fällt ihm das Lernen.
• Bilingual aufwachsende Kinder lernen eine weitere Sprache, ohne dass ihre Eltern dafür extra Zeit oder Geld investieren müssen.
• Besonders heutzutage sind Sprachkenntnisse für das Berufsleben essenziell und mehr und mehr gefragt.
• Wer sein Kind bilingual erzieht, sollte die Sprache im besten Fall selbst als Muttersprachler beherrschen, damit er seinem Kind nichts Falsches beibringt.
• Wer sein Kind zweisprachig erzieht, sollte darauf achten, dass jeder Elternteil möglichst ausschließlich in seiner Muttersprache mit dem Kind spricht. Nur so kann das Kind die Sprache lernen, hören und trainieren, darin zu sprechen.

Wenn Sie aktuell eine Übersetzung benötigen, aber weder bilingual aufgewachsen noch eine fundierte Ausbildung als Übersetzer genossen haben, stehen wir von ORBIS Fachübersetzungen Ihnen gern als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.