Dolmetscher vs. Übersetzungsprogramme

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In unserem Übersetzungsbüro kommt es immer wieder vor, dass Kunden von Missverständnissen oder Pannen erzählen, die sie aufgrund von fehlgeschlagenen Übersetzungen durch Übersetzungsprogramme erleben. Auch Behörden und öffentliche Organe sind nicht davor gefeit, dass solche Situationen im Alltag vorkommen, wenn sie sich nicht auf professionelle Sprachmittler verlassen. Darüber möchten wir Ihnen in unserem heutigen Blogbeitrag berichten.

Online-Übersetzungsprogramm führt bei Behörde zu Missverständnissen

Anlass zu diesem Thema ist die Berichterstattung über ein Polizeiverhör, bei dem ein Verdächtiger zu einer vermeintlich begangenen Straftat befragt wurde. Dies geschah laut Berichten ohne das sofortige Hinzuziehen eines Dolmetschers.

Für die Fragen „Sind sie bei der Festnahme belehrt worden?“ und „Wieso sind Sie ohne Führerschein gefahren?“, die für das Verhör und den Tathergang wichtig waren, spuckte der Google Übersetzer zwar unmittelbar eine arabische Übersetzung aus, doch die hatte wenig mit den Original-Sätzen zu tun, wie die Rückübersetzungen ins Deutsche zeigen: „Haben Sie schon einmal in Ihrer Verhaftung gelehrt?“ und „Warum wurde ohne Lizenz vertrieben?“. Erst am nächsten Tag wurde dem Mann ein Dolmetscher zur Seite gestellt, der es ihm ermöglichte, sich auch selbst zu äußern und die ursprünglich gestellten Fragen der Polizeibeamten zu beantworten.

Die Übersetzungen scheinen durch ihre Fehlerhaftigkeit lustig, doch können sich staatliche Behörden wie die Polizei der Verletzung des Grundrechts auf rechtliches Gehör strafbar machen, wenn sie der betreffenden Person keinen Dolmetscher zur Seite stellen.

Beeidigte Dolmetscher

Insbesondere Behörden sind darauf angewiesen, sich auf das Gedolmetschte oder Übersetzte verlassen zu können. Daher werden bei Gericht beeidigte Dolmetscher für Verhandlungen bestellt, die sich in einem bestimmten Verfahren gerichtlich registriert wurden. Neben einem bestimmten Maß an Berufserfahrung hat der beeidigte Dolmetscher dann ebenfalls Dokumente wie ein einwandfreies Führungszeugnis eingereicht. Durch diese offizielle Eintragung bleibt der Eid, der ansonsten vor jeder gedolmetschten Verhandlung vom Sprachmittler geleistet werden müsste, erspart. So wird für die Dauer der Beeidigung gewährleistet, dass der Dolmetscher nach bestem Wissen und Gewissen das Gesagte überträgt.

Für einen ersten Eindruck können Übersetzungsprogramme nützlich sein, doch führt die Nutzung häufig auch zu Missverständnissen oder kann wie im Falle von Behörden als Ersatz eines Dolmetschers sogar gegen das Gesetz verstoßen. Um dies zu vermeiden, hilft das Heranziehen eines professionellen Dolmetschers oder Übersetzers.

Sind Sie auf der Suche nach einem passenden Sprachmittler? Wir helfen Ihnen gerne weiter, den geeigneten und erfahrenen Dolmetscher oder Übersetzer für Ihr entsprechendes Anliegen zu finden.