„Ey Alter, was geht?!“ – Die deutsche Jugendsprache und das Jugendwort des Jahres

In unserem heutigen Blogbeitrag möchten wir Sie über die deutsche Jugendsprache und die jährliche Wahl zum Jugendwort des Jahres informieren. Hätten Sie die Bedeutungen der meisten Wörter gewusst?

Das Jugendwort des Jahres

Ein und dieselbe Sprache kann in verschiedenen Situationen ganz unterschiedlich gebraucht werden. Sprecher greifen daher meist je nach Alter, Herkunft, Kontext und Zeitpunkt der Verwendung auf verschiedene Jargons wie zum Beispiel die Jugendsprache zurück. Jedes Jahr dürfen Vorschläge für das neue deutsche Jugendwort des Jahres eingereicht werden, aus denen die 30 meistgenannten in einer öffentlichen Abstimmung ausgewählt werden. Eine Jury kürt danach zum Ende des Jahres die Plätze 1 bis 5. Sehen Sie im Folgenden, welche Wörter es im letzten Jahr auf die ersten Plätze geschafft haben:

Anglizismen und Weiterentwicklung bereits bestehender Wörter

Auffällig bei den zur Wahl stehenden Jugendwörtern ist die häufige Anlehnung an die englische Sprache. Unter den meistgenannten zehn Wörtern des Jahres 2015 befanden sich die Wörter „shippen“ und „Earthporn“. Von dem englischen Wort relationship (übersetzt „Beziehung“) wurde im ersten Fall ein Verb abgeleitet, das nach deutschen Regeln konjugiert wird und bedeutet, dass man sich in einer Beziehung mit jemandem befindet (Bsp.: „Kevin und ich shippen jetzt“). Der „Earthporn“ setzt sich als Kompositum aus den englischen Wörtern earth (auf Deutsch übersetzt „Erde“) und porn (auf Deutsch „Porno“) zusammen und bezieht sich auf eine schöne Landschaft.

Das Wort „Swag“, das 2011 zum Jugendwort des Jahres gewählt wurde, stammt ebenfalls aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie „lässig-coole Ausstrahlung“. Es geht auf das englische Verb to swagger (deutsche Übersetzung: „prahlen“, „stolzieren“) zurück und wurde im letzten Jahr zu „Swaggetarier“ weiterentwickelt. Diese Mischung aus „Swag“ und „Vegetarier“ bedeutet, dass jemand nur aus Imagegründen vegetarisch lebt.

Jugendwörter mit aktuellem Bezug

Dass die Jugendsprache auch auf aktuelle Ereignisse in Politik und Weltgeschehen Bezug nimmt, zeigt sich bei den beiden Wörtern „krimmen“ und „merkeln“, wobei es nur letzteres unter die meistgenannten 10 geschafft hat. „Krimmen“ bedeutet „jemandem etwas wegnehmen, was man ihm vorher geschenkt hat“ und bezieht sich damit auf die vermeintliche Annexion der Krim durch die russische Regierung. „Merkeln“ nimmt Bezug auf Bundekanzlerin Angela Merkel und heißt übersetzt, „keine Entscheidung treffen wollen“.

Auf Platz 1 des letzten Jahres ist das Wort „Smombie“ gewählt worden, wobei Aspekte wie sprachliche Kreativität, Originalität, Verbreitungsgrad und die Bezugnahme auf Aktuelles in die Entscheidung eingeflossen sind. Die Mischung aus „Smartphone“ und „Zombie“ schien für die Jury eine Eigenheit der Jugendlichen am besten abzubilden: vertieft in das Smartphone über die Straße zu gehen, ohne zu schauen, wohin man geht.

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