Flüchtlinge Deutschland wird immer internationaler!

Die andauernden Flüchtlingswellen, die Deutschland erreichen verursachen sowohl für die Ankömmlinge, als auch für die Alteingesessenen ständig neue Herausforderungen. Dazu gehört auch die Notwendigkeit eines gewissen Grades der Verständigung, wollen wir unserem Bestreben der Hilfe bei dem Beginn eines neuen Lebensabschnittes gerecht werden. Da der Durchschnittsdeutsche die Sprachen der aktuellen Herkunftsländer der Flüchtlinge in den seltensten Fällen beherrscht, stellen wir bei Orbis Fachübersetzungen gerne unsere Kenntnisse und Erfahrungen zur Verfügung. Im Folgenden zeigen wir die Art der Übersetzungen und insbesondere die Sprachen auf, mit denen wir in den letzten zwei Jahren vermehrt zu tun hatten.

Was wird übersetzt?:

Es ist zwischen zwei verschiedenen Richtungen zu unterscheiden: Einmal die Übersetzungen in die Sprache der Neuankömmlinge und einmal aus diesen Sprachen. Bei Fachübersetzungen in die Fremdsprachen handelt es sich häufig um Flyer oder Informationsbroschüren. Sei es von der Verbraucherzentrale mit Hinweisen über das tägliche Leben und die Gewährleistung der grundlegendsten Versorgungsgüter, das Erlernen neuer Sprachen, Einladungen zu Integrationsveranstaltungen oder auch Umfragen unter den Flüchtlingen, um bestmöglich auf deren Situation und Befinden regieren zu können.
Bei beglaubigten Übersetzungen aus diesen Sprachen handelt es sich meist um amtliche Dokumente. Ganz zu Beginn stehen dabei natürlich Pässe, Geburtsurkunden u.ä. – sprich, alles was für ein Asylantrag benötigt wird. In diese Kategorie fallen auch für uns sehr ungewöhnliche Dokumente, wie beispielsweise Drohbriefe der Taliban. Der nächste Schritt beinhaltet dann beglaubigte Übersetzungen von Zeugnissen aller Art. Denn es kommen viele hochqualifizierte Menschen nach Deutschland, deren Potential so stark wie nur möglich zu nutzen gilt, erst recht im Hinblick auf den aktuell herrschenden Fachkräftemangel. Wir bei Orbis Fachübersetzungen helfen gerne dabei, diese Win-Win-Situation ermöglichen zu können.

In welche Sprachen wird übersetzt?:

Diese Frage ist häufig Inhalt der Anfragen, die unser Übersetzungsbüro erreichen. Pauschal lässt sich dies meist auch nicht sofort beantworten. Es kommt immer auf die genaue Herkunft und auch den Bildungsgrad der Menschen an, die erreicht werden sollen. Ein gutes Beispiel dafür bietet der Irak. Das Arabische ist dort weit verbreitet und auch eine der Amtssprachen. Doch bleibt es nicht dabei. Im Norden des Iraks wird Kurdisch weit häufiger gesprochen als Arabisch. Aufgrund der weitestgehend ländlich geprägten Bevölkerung und des teilweise eher niedrigen Bildungsgrades wird dort Arabisch nicht immer verstanden, eine Fachübersetzung ins Kurdische wäre also die richtige Wahl. Nun gibt es aber auch verschiedene Variationen des Kurdischen. Sorani und Kurmandschi sind die beiden größten Dialekte. Aufgrund der zuvor genannten Faktoren empfiehlt sich zudem auch in diesem Falle eine Übersetzung in beide Richtungen, will man wirklich alle Menschen erreichen. Ähnliches gilt auch für Flüchtlinge aus Afghanistan. „Afghanisch“, wie wir manchmal in Anfragen lesen gibt es dabei gar nicht. Amtssprachen sind Dari und Paschtu. Wobei auch hier aufgrund der Faktoren wie Herkunft und Bildungsgrad ein generelles Verständnis beider Sprachen nicht zwangsläufig gegeben ist. Dari ist dabei auch noch ein Dialekt des Persischen, aber eben nicht identisch mit diesem. Identisch sind dagegen, die ebenfalls öfters getrennt angefragten Sprachen Persisch und Farsi.
Allein diese beiden Beispiele zeigen die Komplexität dieser Thematik, es macht sie aber gleichzeitig umso interessanter und spannender. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich, dass all diese Sprachen untereinander noch zahlreiche Dialekte besitzen. Vergleichbar mit dem Schweizerdeutsch oder extremeren Dialekten innerhalb Deutschlands. Kommt man nach Bayern, Schwaben oder Schleswig-Holstein wird es selbst für deutsche Muttersprachler zu einer teilweise großen Herausforderung, alles zu verstehen. Neben diesen vorgestellten Sprachen gibt es auch noch „exotischere“, wie Somali, Amharisch, oder Tigrinya, denen wir aber auch immer häufiger begegnen.

Ein weiterer interessanter Punkt bietet die Auswirkung des Mauerfalls von vor mehr als 25 Jahren. Mehr und mehr Länder verfassen nun amtliche Dokumente nur noch in der eigenen Landessprache. Zuvor waren diese entweder gänzlich auf Russisch oder zumindest zweisprachig. Mittlerweile sind Dokumente auch aus dem Kasachischen, Aserbaidschanischen oder Weißrussischen zu übersetzen.

All dies verursacht zunächst einmal Verwirrung und wirkt kompliziert. Doch wir bei Orbis Fachübersetzungen haben tagtäglich damit zu tun und freuen uns über diese neue Entwicklung. Ist sie doch genau das, was wir an unserem Gebiet so schätzen: Vielfältig, interessant, grenzübergreifend und zusammenführend.