Liebe kennt keine Grenzen?! – Kosenamen im internationalen Vergleich

Nicht nur die Romantiker unter uns würden wohl behaupten, dass der Liebe keine Grenzen zu setzen sind. Doch sind wir da vielleicht etwas vorschnell? Ein Blick auf die Übersetzungen von Spitznamen unter Liebenden über Deutschland hinaus kann einen da schnell in die Bredouille bringen. Es springen sehr schnell einige Bezeichnungen ins Auge, die wir so gar nicht mit unserer besseren Hälfte in Verbindung bringen würden – eher im Gegenteil.

Schatz, Hasi, Bärchen oder Mausi sind unsere gängigsten Spitznamen. Doch schon unsere direkten Nachbarn sind dort deutlich innovativer. „Lakritz“ ist in den Niederlanden nicht nur etwas zum Naschen, sondern auch Ausdruck der starken Verehrung. Auch die Franzosen, ausgestattet mit DER Sprache der Liebe, benutzen neben den gängigen und uns bekannten Floskeln Wörter wie „mein Floh“ oder „meine Ente“. Tierisch geht es auch in Russland zu. „Kätzchen“, „Pfötchen“, „Vögelchen“ oder „Fischelchen“ gehören dort zum Inventar. Als weitere Tierart mit romantischem Potential gilt die „Schwalbe“, quasi unser Pendant zum „Spatz“. Speziell dort ist ein Unterschied sehr offensichtlich: die Schwalbe ist bei uns doch insbesondere durch den Fußball kein allzu beliebter Vogel und daher als Kosename wohl eher schwieriger zu vermitteln. Noch exotischer sind in dieser Hinsicht die Asiaten und Afrikaner. „Antilope“ und „Pandabär“ sind unsere „Häschen“ und „Mäuschen“.

Aber auch aus dem Reich des Essens gibt es neben den Niederländern weitere sehr kreative Romantiker. So ist im englischen Sprachraum alles, was süß ist, sehr beliebt. Besonders im Land der Burger und Donuts werden die Vorlieben für das Essen auf den Liebsten übertragen: „Sweety“, „Honey“, „Sugar“ oder „Honeypie“ sind passenderweise äußerst geläufig. In Brasilien ist, diesmal ohne direkte Parallele, der „Krümel“ sehr beliebt, während die Franzosen, ebenso bekannt durch ihre haute cuisine, ausgerechnet den „Blumenkohl“ zu einem Kosenamen auserwählt haben. In der Türkei und in Ungarn sind es dagegen die „Pistazien“ und „Pilze“, welche den Eingang zum Herzen gefunden haben. Exoten aus unserer Sicht bilden wieder die Asiaten. Denn hier würde er wohl eher seltsam wirken, würde man seinen Partner als „Gürkchen“ oder „süßsaure Melone“ bezeichnen. Ein wenig verständlicher für uns sind da schon die Italiener. Auch wenn die deutsche Übersetzung „Kartöffelchen“ oder „Zwiebelchen“ noch immer gewöhnungsbedürftig erscheint. Im Gegensatz dazu sind die Ungarn jedoch wieder ganz anders gestrickt. Dort nennen sich die Liebenden untereinander durchaus auch einmal „Schere“, „Nadel“ oder „Finger“. Bei uns würde eine solche Anrede wohl eher das Potential für einen gegenteiligen Effekt besitzen.

Lernen kann der Deutsche dagegen besonders von den Arabern. „Meine Seele“, „mein Augenlicht“ oder „mein Leben“ dürften in dieser Hinsicht eindeutig mehr Aussicht auf Erfolg besitzen. Die Spanier kommen dem schon ziemlich nahe; „mein Herz“ (auch in Frankreich durchaus beliebt), oder „Himmel auf Erden“ vermitteln auf geradezu poetische Art und Weise ein hohes Maß an Zuneigung.

Besonders interessant erscheinen all diese Beispiele, bedenkt man die hohe Anzahl internationaler Partnerschaften. Können einige dieser Kosenamen doch durchaus ungemütliche Fallen darstellen? Aber Liebe soll ja ohnehin keine Grenzen kennen und auch ohne Übersetzungshilfen auskommen…