„Schreibt man das jetzt groß oder klein?“ Warum gibt es eigentlich diese zusätzliche Variation?

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Wir, bei Orbis Fachübersetzungen. begegnen täglich den verschiedensten Sprachen bei unseren Übersetzungsarbeiten. Bei der Korrektur stellt sich dementsprechend oft die Frage nach korrekter Groß- und Kleinschreibung der übersetzten Wörter. Das deutsche Sprache bietet aufgrund seiner Eigenart besonders viele Beispiele für solche Fallen. Mit einigen Beispielen für diese Schwierigkeit, einem kurzen Blick in die Geschichte und einem weiteren Schwenk ins Ausland wollen wir nun etwas Klarheit in diesen Wirrwarr um die deutsche Rechtschreibung bringen.

Geschichte:

Bis zum Frühmittelalter gab es im heutigen Europa noch keinerlei Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung. Diese begann erst im Spätmittelalter, als begonnen wurde, sogenannte „Versalien“ zu benutzten. Zur Betonung und der Hervorhebung religiöser Wörter schrieb man meist noch alle Buchstaben des entsprechenden Wortes groß. Probleme für Übersetzungen gab es dort freilich noch nicht, denn Latein war die Sprache, in der zumeist schriftlich kommuniziert wurde bzw. dasjenige Wort konnte bei einer der eher seltenen Übersetzungen einfach ebenfalls groß geschrieben werden. In der Zeit des Barock im 17. Jahrhundert und der mittlerweile durch den Buchdruck weiter verbreiteten geschriebenen Sprache begann sich im deutschen Raum die Großschreibung zu entwickeln und zu verselbstständigen – bis zu der uns geläufigen heute genutzten Rechtschreibung.
Ein weiterer Grund lag in der besseren Lesbarkeit. Dass dies durchaus plausibel ist, zeigt eine Verbindung mit einem anderen bekannten Phänomen über unsere Verarbeitung der Buchstaben:
„Gmäeß eneir Sutide eneir Uvinisterätist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wort snid.“
„gmäeß eneir sutide eneir uvinisterätist es nchit witihcg, in wlecehr rneflogheie die bstachuebn in eneim wort snid“
Wir können dies noch immer gut lesen – aber einfacher ist definitiv die erste Variante.

Beispiele:

Was einem Übersetzer und damit einem absoluten Fachmann in mindestens zwei Sprachen Schwierigkeiten bei der Entscheidung über die richtige Schreibweise verursachen könnte, verdeutlichen folgende Beispiele:
– das Gute
– beim Arbeiten
– zum Lachen
– nichts Aufregendes
– lautes Sprechen
ABER:
– die beiden
– der andere

Ausland:

Nicht nur in Deutschland gibt bzw. gab es diese Art der Rechtschreibung. So haben Übersetzter ins Luxemburgische mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, während sich die Norweger 1869 und die Dänen 1948 gegen eine Großschreibung festlegten.
Dennoch ist auch bei unseren Nachbarn nicht alles so einfach: Völkernamen beispielsweise werden im Englischen, Niederländischen und Französischen groß geschrieben, während dieses im Italienischen, Spanischen, Dänischen, Norwegischen und Schwedischen nicht der Fall ist.

Dieser kleine Einblick zeigt, wie wichtig fundierte Kenntnisse der jeweiligen Sprache sind, um eine fachlich angemessene Übersetzung liefern zu können. Wir bei Orbis Fachübersetzungen haben einerseits viel Erfahrung und Wissen und andererseits sehr fähige Übersetzer, um stets eine fachgerechte Übersetzung mit korrekter Schreibweise in jeder Sprache liefern zu können.