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February 26, 2026

Der Beruf des Dolmetschers

Dolmetschen ist kein „Übersetzen, nur eben mündlich“ – es ist Hochleistung in Echtzeit, bei der jedes Wort sitzen muss. In diesem Beitrag erfährst du, warum Dolmetschende anders arbeiten als Übersetzer, welche Fähigkeiten sie wirklich brauchen und was ihre Arbeit so spannend (und nervenaufreibend) macht.

Der Beruf des Dolmetschers

Dolmetschen ist nicht gleich Übersetzen – auch wenn beide Berufe oft in einem Atemzug genannt werden. Während Übersetzer schriftliche Texte zeitversetzt bearbeiten, arbeiten Dolmetscher mündlich, in Echtzeit und häufig unter enormem Zeitdruck. Sie übertragen nicht Wort für Wort, sondern den Sinn einer Botschaft – gestützt auf kulturellen und situativen Kontext. Diese grundlegenden Unterschiede prägen das gesamte Anforderungsprofil: vom Arbeitstempo über die kognitiven Prozesse bis hin zur Art der Verantwortung, die sie für das Gelingen von Kommunikation tragen.

Dolmetschen vs. Übersetzen: ein kurzer Überblick

Tabelarische Darstellung der Unterschiede zwischen den beiden Berufen

Ein wesentlicher Aspekt des Dolmetschens ist seine Flüchtigkeit: Eine Verdolmetschung ist immer situativ. Sie fängt Nuancen ein, die in einer reinschriftlichen Übersetzung oft verloren gehen, muss dafür aber sofort und unwiderruflich „sitzen“. Es gibt nur wenige Menschen, die sowohl die Disziplin des Übersetzens als auch des Dolmetschens gleichermaßen beherrschen. Das liegt vor allem an den sehr unterschiedlichen Anforderungsprofilen; oft wird sogar gesagt, dass sich auch die charakterliche Eignung unterscheidet. Dolmetscherinnen und Dolmetscher gelten eher als extrovertiert und spontan, während Übersetzerinnen und Übersetzer eher introvertiert und strukturiert arbeiten.

Fazit

Der Vergleich macht deutlich: Dolmetschen und Übersetzen sind zwei eigenständige Disziplinen mit jeweils spezifischen Kompetenzen. Übersetzer liefern schriftliche Texte, die recherchiert, überarbeitet und langfristig genutzt werden – „für die Ewigkeit“. Dolmetscher hingegen arbeiten flüchtig „im Moment“: Ihre Verdolmetschung muss sofort sitzen, ohne Korrekturmöglichkeit, und zugleich Atmosphäre, Beziehungsebene und kulturelle Feinheiten einfangen. Beide Berufe sind unverzichtbar, doch gerade die besondere Echtzeit-Verantwortung der Dolmetscher zeigt, wie anspruchsvoll und komplex ihr Beitrag zu gelingen der Kommunikation wirklich ist.

Quellenverzeichnis

6 Unterschiede zwischen Dolmetscher und Übersetzer

Der Beruf: Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.

Aufgerufen am 20.03.2026

 

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